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Urheberrechtsverletzung durch die Nutzung von Miniaturbildern bei Facebook

Facebook macht uns die Verlinkung auf externe Inhalte sehr leicht und wählt in diesem Zusammenhang auch wahllos einige Bilder der Website, auf die verlinkt werden soll, für uns aus. Hieraus können wir ein Bild als Miniaturvorschau wählen, welches dann im Rahmen des Facebook-Posts erscheint:

Bildschirmfoto 2013-10-27 um 14.05.18

Das weit verbreitete Gerücht, dass ein Link auf im Übrigen rechtlich zulässige Inhalte stets unproblematisch sei, ist in diesem Zusammenhang allerdings nicht zutreffend. Aufgrund der Nutzung eines Miniaturvorschaubildes droht vielmehr eine urheberrechtliche Abmahnung, wenn der Urheber der Aufnahme mit der Darstellung nicht einverstanden ist.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass hier nicht der Link auf die externe Website das Problem darstellt, sondern alleine die Darstellung des Miniaturbildes. Hierin ist eine urheberrechtlich relevante Handlung zu sehen, welche im Falle fehlender Einwilligung des Rechteinhabers mit den damit verbundenen Folgeansprüchen einhergeht.

Wie der Paperboy-Entscheidung des BGH vom 17.07.2003 (I ZR 259/00)  entnommen werden kann, ist das Setzen eines Hyperlinks als Surface- oder auch Deep-Link insoweit zulässig, als auf Inhalte auf einer Drittseite verlinkt wird, die nicht durch technische Schutzmaßnahmen von der öffentlichen Zugänglichmachung ausgeschlossen werden. Hier ist der Link als einfacher Verweis auf die Drittseite zu sehen, der diese somit nicht einer weiteren Öffentlichkeit zugänglich macht und urheberrechtlich unproblematisch ist.

Problematisch wird es erst beim Setzen von sogenannten Frame-Links, bei denen der Inhalt der externen Website so auf der eigenen Seite dargestellt wird, als handle es sich dabei um eigene Inhalte.

Hier ist im Gegensatz zu den Surface- und Deep-Links eine urheberrechtlich relevante Handlung gegeben, die zu Unterlassungsansprüchen und Schadensersatzansprüchen führen können, die dann in der Regel im Wege der urheberrechtlichen Abmahnung geltend gemacht werden.

Um im Bezug auf Facebook-Links auf Nummer sicher zu gehen, empfehle ich die Nutzung von Miniaturbildern, bei denen der Berechtigte in die Nutzung auf Facebook eingewilligt hat. Zumindest viele Berufsfotografen dürften dem nicht zuletzt aufgrund der Facebook Nutzungsbedingungen kritisch gegenüberstehen. Dort heißt es zum Thema der Rechte an geistigem Eigentum:

“Für Inhalte wie Fotos und Videos, die unter die Rechte an geistigem Eigentum (sog. „IP-Inhalte“) fallen, erteilst du uns durch deine Privatsphäre- und Anwendungseinstellungen die folgende Erlaubnis: Du gibst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare, gebührenfreie, weltweite Lizenz zur Nutzung jeglicher IP-Inhalte, die du auf oder im Zusammenhang mit Facebook postest („IP-Lizenz“). Diese IP-Lizenz endet, wenn du deine IP-Inhalte oder dein Konto löschst, außer deine Inhalte wurden mit anderen Nutzern geteilt und diese haben die Inhalte nicht gelöscht.”

Sollte man sich also nicht sicher sein, ob ein Bild im Rahmen eines Facebook-Links als Miniaturvorschaubild genutzt werden darf, empfehle ich auf Nummer sicher zu gehen und die Anzeige von Miniaturbildern zu deaktivieren. Dies muss manuell im Rahmen der Erstellung des Facebook Posts geschehen, funktioniert allerdings ganz einfach über die Aktivierung des Feldes “Kein Miniaturbild”:

Bildschirmfoto 2013-10-27 um 14.04.15

 

Der gepostete Link erscheint dann ohne Anzeige eines Bildes, sodass dies der sicherste Weg ist, um urheberrechtlichen Streitigkeiten zu entgehen.

Bildschirmfoto 2013-10-27 um 14.06.21

 

About the Author

Sebastian Deubelli

Seit 2010 als Rechtsanwalt zugelassen berate und vertrete ich nun seit April 2013 mit meiner eigenen Kanzlei vor Allem Kreative rund um rechtliche Fragestellungen zum Medien- und Urheberrecht. Bundesweit. Landshut. Bayern.

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